Buchführungspflicht

Grundsätzlich ist zwischen der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Buchführungspflicht zu unterscheiden, aber durch die Neufassung des Handelsgesetzbuches sind die Grenzen für Gewerbetreibende angepasst und damit identisch. Handelsrechtlich: sind alle Gewerbetreibenden zur Führung von Büchern verpflichtet. Einzelkaufleute, nicht aber Personen- und Kapitalgesellschaften, sind bei Erzielung von weniger als 600.000 € Umsatz und weniger als 60.000 € Jahresüberschuss auf zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen, von der Buchführungspflicht befreit. Steuerrechtlich: ist buchführungspflichtig, wer 600.000 € Umsatz oder 60.000 € Jahresüberschuss nicht übersteigt.

Die Buchführungspflicht ergibt sich für die Geschäftsbuchführung aus den §§ 238 ff. HGB (handelsrechtlich) und §§ 140 ff. AO (steuerrechtlich) sowie diversen Sondervorschriften. Bei der Buchführung sind handels- und steuerrechtlich die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) einzuhalten. Sie gelten als gewahrt, wenn die Eintragungen bes. nach Form und Inhalt fortlaufend, vollständig und richtig bewirkt werden, sodass sich ein sachverständiger Dritter innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Entstehung und Abwicklung der Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens verschaffen kann (§ 238 I HGB).

Bücher und Aufzeichnungen, die diesen Voraussetzungen entsprechen, haben die Vermutung ordnungsmäßiger Führung für sich und sind der Besteuerung zugrunde zu legen (§ 158 AO). Ist die Buchführung materiell nicht ordnungsgemäß, so hat das Finanzamt das Recht zur Schätzung des Betriebsergebnisses (§ 162 AO).

Neben der Belegbuchführung in Papierform ist heute die Digitale Buchführung weit vorangeschritten und wird auch in unserer Kanzlei angeboten.

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